6. Speedweek
29.08.2003: Alles vorbei. Die Transporter sind ausgeladen, das Material verteilt. das Motorrad gesäubert. Was ist geblieben! Unterm Strich ein absoluter Erfolg! Genau so hatten wir es uns vorgestellt. In Ruhe problemlose Turns drehen, das Motorrad laufen lassen, Zweikämpfen aus dem Weg gehen und konstante Runden fahren. Boxenstops bewusst langsam ausführen. All dies konnte wir umsetzten. Der 23. Platz und der 4. Platz in der Klasse Proto B (heute OPEN) kam dabei heraus.
Aber auch wir durften arbeiten. Fehler mussten beseitigt werden. Zwar war das Motorrad durch Theo Köhle optimal vorbereitet, jedoch sind die Fahrer sehr feinfühlig: Der Lenker musste tiefer und breiter sein, damit mehr Druck auf dem Vorderrad lastet. Der neue Tankschaum verstopfte durch lose Partikel die Kraftstoffpumpe und musste zweimal während der Einstellfahrten am Mittwoch gereinigt werden. Der geborgte Tankschaum unseres Schwesterteams Sauerland I brachte die Lösung. Die Tankanlage war nicht dicht. Die Flachdichtung und O-Ringe weiteten sich, trotz der Verwendung von benzinfestem Material; so wurde aus ganzen Bögen per Hand Flachdichtungen gefräst.
Galerie Speedweek 2003
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Der 37. Startplatz lag voll im Trend. Wir mussten uns lediglich qualifizieren. Jens Gutsche kam eh als 22. aus der Startrunde zurück. Im Laufe der Veranstaltung war die schlechteste Platzierung der 29. Platz und die beste Platzierung der 19. Platz. In der Nacht musste einmal die Kraftstoffpumpe getauscht werden. Das Motorrad drehte nur noch 9.000 U/min-1 und konnte dafür statt der Turns mit 42 bzw. 43 Runden jetzt 47 Runden zurücklegen: Lackreste aus der Tankanlage hatten die Pumpe verdreckt.
7 Hinterradreifen PIRELLI 190/55 Slick SC 2 und 6 Vorderradreifen PIRELLI 120/70 Slick SC 2 wurden benötigt. Damit hatten wir deutlich mehr Verschleiß beim Vorderrad als erwartet. Auch wurde einmal mehr als geplant der Bremsbelag vorn gewechselt. (Insgesamt wurden 3 Satz Bremsbelag vorn benötigt)
Mit den längsten Turn und somit den wenigsten Boxenstops, denn alle Arbeiten wurden planmäßig beim Boxenstop erledigt, fuhren wir immer sicher im Mittelfeld und immer in den TOP 5 der Proto B. Einen kleinen Dämpfer bekamen wir jedoch für unsere Sparsamkeit: Im freien Training und beim Nachttraining hatten wir gebrauchte Reifenreste benutzt und einen Turn in der Nacht mit dem Reifensatz aus dem 2. Zeittraining aufgebraucht, so wollten wir 30 Minuten vor Schluss nicht noch auf neue Reifen wechseln. Jens Gutsche wollte "das Ding" zu Ende "rollen". Ein Sturz nach 23 Stunden 54 Minuten mit desolaten Reifen forderte noch einmal Improvisationsfähigkeiten: Ein bäriger Streckenposten wurde von Jens angefleht: "Bieg' bitte den Stummellenker hoch!" Das Motorrad wurde gestartet und mit defekter Felge und platten Reifen hinten, zerstörten Sitz und defekter Verkleidung zur Ziellinie gefahren. Dort wartet Jens auf das Ende der Veranstaltung. Schiebend hätte er in den verbleibenden elf Minuten (das Motorrad muss 5 Minuten nach dem Sieger über die Ziellinie) das Motorrad nicht rechtzeitig ins Ziel gebracht. Der Parkplatz an der Leitschiene vor Start und Ziel sorgte so noch einmal für das Interesse des Streckensprechers und des Publikums. Wir wurden vom 20. Platz auf den 23. zurückgeworfen. Der dritte Platz in Proto B war schon vorher verloren. - Wir hatten uns entschieden, nicht zu attackieren und mit dem vierten Platz zufrieden zu sein.
Geschwindigkeit auch in der Box
Langstreckensport ist Teamsport. Das zeigt sich besonders bei den Boxenstopps. Die Arbeit dort entscheidet oft über Sieg oder Niederlage.
| Runden | km |
| 266 Training | 975,422 |
| 3 Einführ+Aufwärmrunde | 11,001 |
| 806 Rennen | 2.955,602 |
| Gesamt | 3.942,025 |
Das Ende 2003
Jens konnte das Motorrad trotz Sturz ins Ziel bringen und das Team wurde gewertet. Wie lautet doch das Motto der German Speedweek: Nur die Harten kommen durch!






