2. Lauf zum German-Endurance-Cup
Zwar sind wir immer ein wenig stolz auf unser Low-Budget-Team, doch ist dies ja so nicht gewollt, sonder - es ist einfach so! Keiner gibt uns Geld! Schade! Also mit einem Mini-Team nach Oschersleben.
Jens und Onno, beide aus Rüthen, von zu Hause los, das Bike im Tango. Da ich zuerst ein wenig Arbeiten durfte, kam ich um kurz nach eins los und ersparte mir so einen Stau. Der 10er in Euro für den Wohnwagen als Eintrittsgeld ins Fahrerlager tat weh. Aus der Startnummer 62 hatten die Jungs schon die 162 gebastelt und das Bike war gegen Geld (oder für Geld) bereits einmal auf der Strecke gewesen. Immerhin musste der neue Lenker probiert werden.
Ziemlich pünktlich (eigentlich 30 sec zu früh) setzte zum Training Regen ein. Onno stand schon 10 Minuten am Ende der Boxengasse und knallte eine 2:04 in die Bahn, doch die Regenfront war bereits am Ende der dreifach Links und sorgte für Haftungsprobleme. Andere konnten nur im Regen los fahren, die Startnummern mussten an der Ausfahrt Boxengasse noch abgehakt werden. Der Regen lies nach, die Strecke blieb nass. Das Abtrocknen ermöglichte nach dem Fahrerwechsel Jens aber mit jeder Runde etwas schneller zu fahren und die letzte Trainingsrunde brachte uns mit einer 2:00,862 auf Platz 10.
Nach einem ordentlichen Schlaf ging es am Sonntag um 9:00 Uhr nach Belleben auf die Kartbahn. Hier sollte Jens und wollte Onno einige KTM Supermotos probieren, da Jens in Osnabrück sowohl die 5-Gang Yamaha als auch die 4 Gang "zerlegt" hatte (Motorschäden).
Mittags kamen wir zurück zum Motopark und stellten beim Essen fest, dass die Strecke gesperrt war und der Rettungshubschrauber auf der Strecke landete. Es hatte sich ein fürchterlicher Startunfall ereignet, zum Glück keine lebensbedrohenden Verletzungen. Jens (er ist Doc) und Onno (er "durfte" auch schon mal Hubschrauber fliegen) fühlten sich nicht so gut.
Wir hatten das Motorrad vorzubereiten. Die Reifen zogen wir selbst um, nach dem Auswuchten stand das Endurance-Bike dann vorne auf Profil (Reifen von der Sprintprüfung der 1.000 km Hockenheim) und hinten auf einem neuen Slick. Zu dritt dann das "Gerödel" zur Durchfahrt der Boxen gebracht. (Unseren Wagen hatten wir nicht dabei und 30-Liter-Kanister durchs ganze Fahrerlager....) Beim dritten Aufruf dann raus auf die Strecke. Dieses Mal durfte Jens wieder den Start fahren.
Die beiden Einführungsrunde waren gelaufen und es wurde mit etwas Verspätung gestartet.
Das Rennen über 3 Stunden begann. Doch wo war Jens.
Nach vielen, vielen Langstreckenrennen ist er ausgebufft genug, sich im Startgewühl durchzusetzen! Als 49. ging's auf die Strecke. Aus einem (noch) nicht nachzuvollziehenden Grund sprang das Bike nicht sofort an. Nun musste er durchs Feld.
Die Plazierungen: Nach der 1. Runde 36. dann 32. / 26. / 23. / 22. / 19. und dann kamen die Überrundeten dazu und der Überblick an der Boxenmauer ging verloren. Die Spitze hatte einen Vorsprung von einer Minute. Als 10. übergab er nach den geplanten 45 Minuten das Motorrad Onno.
Das Tanken mit der grünen "Gluck-Gluck-Kanister-(nicht-wirklich)-Schnelltankanlage" war auszuhalten. Es würde ja nur 3 Mal sein und da das Bike sparsam ist brauchten wir immer nur einige Tropfen nachfüllen. Mit beiden Fahren und einem Helfer ist das alles ein wenig hilflos, aber mehr Helfer waren nicht da. Einige Teams tankten nicht und wechselten nur den Fahrer nach 30 Minuten auf. Die Teams mit zwei Motorrädern haben dann natürlich puren Luxus.
Aber wir nehmen die Läufe ja als Training für den 24 Stunden Lauf. Das "Gerücht" ging herum, das fünf Fahrerwechsel sein müssen. Das Reglement hatte ich im Frühjahr überflogen und war der Meinung, dies ist die Regelung für Teams mit zwei Motorrädern, bei Teams auf nur einem Motorrad ist das freigestellt.
Aber ich hatte das Reglement halt nicht in der Boxengasse und so stellten wir, da wir sehen konnten das die Reise nach vorne ging, zum Ende der Veranstaltung um und plante kurzfristig die notwendigen Wechsel mit ein.
Onno kam in seinem Turn weiter nach vorne. Eine Saftycar Phase schenkte ihm eine halbe Runde, so durfte er aber nach der Ausfahrt des Saftcars ähnlich wie Jens zuvor, auch durchs ganze Feld fahren. Der Wechsel auf Jens war problemlos. Einsetzender Regen erforderte ein zweite Saftycar Phase. In diesen Phasen gewinnen wir Kraftstoff zurück :-). Sowohl Jens wie auch Onno können im Regen auch mit rutschigen Reifen auf der Strecke bleiben. Eine Rundenzeit von 3:00 war aber merkwürdig und Jens war auch schon wieder da.
Reifenwechsel! Jens hinten, Onno und ich vorne. (K)Ein Vergnügen bei radialverschraubten Bremssätteln! Onno übernahm und fuhr Zeiten um die 2:00 bis 2:04, also alles okay. Da wir keine Box hatten, hatten wir auch keine Reifenwärmer usw....
Jetzt mussten die Regenreifen drauf bleiben und wir flehten Petrus an. Er erfüllte unseren Wunsch und lies immer Mal wieder einige Tropfen auf die Strecke fallen. Die weiteren Wechsel konnten schnell und ohne Nachtanken durchgeführt werden. Die Suzi war eines der schnellsten Motorräder im Feld und die Jungs kamen mit den Regenreifen gut zurecht. Da der Monitor uns in der Klasse als 4. anzeigte und wir recht gut unterwegs waren, ging es auch noch weiter nach vorne....
3. Platz in der Klasse, 8. Gesamt
Am Schluß 3. Platz in der Klasse, 8. Gesamt - 93 Runden mit Einführungsrunden und Training 405 km.
Blitzartig alles Material wieder verstauen und ab zur Siegerehrung. Kein Pokal und nichts...
Dazu die Aufklärung: Reglement.
1. Bei einem Motorrad (also Klasse 1-3) ist die Anzahl der Wechsel freigestellt. (Siehe Gerücht weiter oben im Text.
2. Wir fahren außerhalb der Klassen-Wertung. Onno hat eine A/I-Lizenz somit werden wir nicht für die Klasse 1 gewertet. (Sonder in Klasse 7 ohne Wertung)
Das ist Okay so. Aber dann hätten wir tatsächlich nur zwei Tankstopps mit Wechsel benötigt... Es sind immer die kleinen Fehler!







